Der Fall des Lemming

Der Fall des Lemming

Stefan Slupetzky

Language: German

Pages: 135

ISBN: B01K91KHUM

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


Witzig, skurril, abgründig – eine süchtigmachende Wiener Mischung
Leopold Wallisch, Spitzname «Lemming» ist auf Betreiben seines bösartigen Kollegen Krotznig aus der Mordkommission entlassen worden. Jetzt arbeitet er für eine kleine Wiener Privatdetektei und spioniert potentiellen Ehebrechern hinterher. Als einer der von ihm Überwachten, der pensionierte Lateinlehrer Grinzinger, ermordet wird, will er den Fall selber aufklären. Immer tiefer gerät er in ein komplexes Geflecht aus Macht und Verrat, Sadismus und Demütigung, dessen Wurzeln zwanzig Jahre zurückreichen.Die Suche nach dem Mörder gerät zum Wettlauf mit dem brutalen Krotznig, der die Ermittlungen seines ehemaligen Partners mit allen Mitteln zu stoppen versucht. Doch der Lemming hat noch einen Trumpf in der Hand: die ominöse Nickelbrille, die Grinziger kurz vor seinem Tod im Wald vergraben hat...«Ein Buch, das man nicht weglegen kann. Bis zur letzten Seite.» (Der Kurier)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der Lemming einen Sinn hinter dem Wahnsinn erkennen: Die Stille auf dem benachbarten Schlachtfeld beschert auch ihm, dem Arbeitslosen, eine Art wohlverdienter Wochenendstimmung. Er hat trotzdem zu tun. Auf dem Küchentisch liegen fein säuberlich aufgereiht die Ergebnisse seiner bisherigen Nachforschungen. Viel ist es nicht. Eine Nickelbrille. Ein Jahresbericht. Ein Notizblock mit Adressen und Telefonnummern. Zwei lose bekritzelte Zettel. Auf dem einen stehen Worte wie: Brille?, Grinz. Handy:

nur ein Gedanke … Und dann … Die Römer schlugen eine Bresche in die westliche Schutzmauer und setzten die hölzerne Barriere der Zeloten in Brand. Am nächsten Morgen würden sie die Festung stürmen. Aber es sollte kein ruhmreicher Sieg werden … Plötzlich versperrte ein Schatten Jannis Weg. Ein kleiner, ein kurzer Schatten zur Mittagszeit. Der Junge war nicht älter als zwölf, in einen zerschlissenen Kaftan gehüllt, und er hielt einen Becher in der Hand. «For your sake … and mine … For your sake

Ohr, desto abenteuerlicher und wichtiger wirkte das Telefonat. Ferngespräch nannte man das, und man fühlte sich dabei, als reise man durch nie erforschte Wolken von Sternenstaub … «Pronto?» Es ist die Stimme einer Frau. «Pronto?» «Äh, Verzeihung, scusi, io parlare, äh, di Wien … Vienna, comprende? Lei parlate, äh, Deutsch? Oder English?» «Di Vienna! Madonna mia! Warume ruffe Sie her? Iste meine Mann etwas … come si dice … gessehen?» «Meine Güte, nein! Ich meine, ich weiß nicht. Ich kenne

dem Taxi; Freitagabend, schon finster, der Sabbat hat begonnen … Der Bub hat den Vater gelegt auf Kaffeehaustische, was hat er zusammengeschoben; unter den Kopf hat ihm Sitzpölster gegeben und rundherum Kerzen gestellt. Noch einer war da, Freund von David, der ist gesessen in der Ecke. War bissel weggetreten, der Knabe, ich weiß nicht, was hat er genommen … Also ich habe untersucht den Leichnam, derweil David war vollkommen außer sich, ist hin und her wie verrückt gelaufen, hinaus bei der Tür

Ich hatte schon Umgang mit den anderen, natürlich, aber nur, um nicht aufzufallen, nur, damit sie glauben, ich bin einer von ihnen, verstehen Sie? So wusste ich immer, was sie planen … Das war doch klug von mir, nicht?» Söhnlein grinst den Lemming listig an. «Und dann kam der Neumann, der Sitzenbleiber, und hat geglaubt, er ist was Besseres. Vom ersten Tag an hat er versucht, die Autorität vom Doktor Grinzinger zu untergraben, der respektlose … Judenbengel. Der Neumann und sein Vater mit ihrem

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